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Stimmkarte Nein - © sr-zehlendorf.de

Vollversammlung im September

Veränderungen sind schwierig und bedürfen langer Diskussionen. Dies bewies am Samstag, den 12. Juni die dritte Tagung der Lehrgemeinschaftleiter in diesem Jahr.

Eigentlich sollte am Samstag die zunächst für den 26. Juni vorgesehene Fortsetzung der Schiedsrichter-Vollversammlung vorbereitet und ein Kompromissantrag von allen anwesenden Lehrgemeinschaften beschlossen werden. Nach fünf Stunden intensiver, teils hitziger Diskussion waren sich aber alle einig, dass nur eine Verlegung der Vollversammlung in den September die vorerst richtige Lösung ist.

Es herrschte die mehrheitliche Meinung vor, dass nur eine weitere intensive Auseinandersetzung um die zukünftigen Strukturen des Berliner Schiedsrichterwesens ein weiteres Desaster auf einer Vollversammlung verhindern kann. Nachteil der ganzen Entwicklung ist sicher die beginnende Saison im August und der mögliche personelle Wechsel im Schiedsrichterausschuss zu Beginn einer laufenden Saison. Das eindrucksvolle Votum der Vollversammlung am 31. Mai gegen den kurzfristig vorgelegten Kompromissantrag und das Verhalten der führende Funktionäre hat bewiesen, dass wir jetzt einen wirklichen Kompromiss brauchen, mit dem sich jeder Schiedsrichter vor dessen Entscheidung intensiv und ohne Zeitzwang auseinandersetzen kann.

Was ist am Samstag passiert? Bodo Brandt-Chollé und Thorsten Lange hatten eine Gegenüberstellung der verschiedenen Strukturveränderungen vorgestellt. Diese gute Vorlage diente als Basis der intensiven Diskussion. Über die meisten Punkte herrschte relativ zügig Einigkeit, Knackpunkte sind aber noch folgende Aspekte:

  • Die Kriterien für ein Mitglied im Schiedsrichterausschuss, um als erfahren bewertet zu werden. Soll oder müssen die Kriterien, wie mindestens zehn Jahre Schiedsrichter oder aktive Mitarbeit in einer LG-Leitung, im Lehrstab etc., eingehalten werden? Dieser Punkt wurde kontrovers diskutiert, aber letztendlich entschied eine Abstimmung mit 8:4 für die »Muss-Regelung«. Positiv ist an dieser Stelle anzumerken, dass sich auch die unterlegenen Lehrgemeinschaften für die aktive Vertretung der Mehrheitsmeinung einsetzen werden. Das ist doch ein wirklich positives Signal;
  • Die Frage der Schiedsrichterinnen-Beauftragten als Mitglied im Ausschuss oder nicht;
  • Die Frage, ob aktive Schiedsrichter aus dem ersten Herren-/Frauenbereich im Ausschuss vertreten sein dürfen.

Für den Punkt »Frauenbeauftragte« kamen verschiedene Möglichkeiten als Kompromiss in Betracht, eine Entscheidung konnte allerdings noch nicht getroffen werden; gleiches gilt für die Frage der aktiven Schiedsrichter im Ausschuss.

Und dafür benötigt man fünf Stunden? Die Frage ist in der Tat berechtigt, aber die personelle Situation hat immer wieder auch die strukturellen Fragen überlagert. Außerdem ging es um eine Aufarbeitung der Vollversammlung und dem Verhalten einzelner Funktionäre. Es wurde unter anderem von Bodo Brandt-Chollé eingeräumt, dass die Zustimmung zu dem Kompromiss vor der Vollversammlung ein Fehler war und nur unter dem großen Druck der Situation des Abends zustande gekommen sei. Auch Gerhard Müller gestand Fehler in der Vorbereitung und Durchführung der Versammlung ein. Von einer Vielzahl der Lehrgemeinschaftsleitungen kam zum Teil harte Kritik an der Durchführung der Versammlung (verspäteter Beginn oder schlechte Vermittlung der Inhalte des Kompromissantrages) und an dem Verhalten der beiden Kandidaten für den Vorsitz. Damit wurde die Frage der Führungsfähigkeit beider Kandidaten eher negativ beantwortet.

Nicht nur deshalb kamen zwei weitere Namen als Kandidaten ins Gespräch. Uwe Specht erklärte, dass er sich im Berliner Schiedsrichterwesen auch gerne an herausgehobener Position engagieren und die verfahrene Situation mit seiner Kandidatur entflechten möchte. Auch Olaf Blumenstein – ehemaliger Assistent in der Bundesliga und nun Beobachter in der 3. Liga – wurde als alternative Lösung für die Position des Vorsitzenden in den Raum geworfen. Ein Zeichen für Bewegung und neue Überlegungen, die eine Vollversammlung am 26. Juni bei allen Nachteilen unmöglich macht.

Insofern wird sich eine vierte Lehrgemeinschaftsleiter-Tagung am 30. Juni um weitere wirkliche Kompromisse bemühen und vielleicht ist auch schon ein bisschen mehr Klarheit im Kandidatenkarussell zu vermelden. Lieber eine gut vorbereitete Vollversammlung und eine wirkliche Beteiligung aller Schiedsrichter, als eine Wiederholung des Chaos vom 31. Mai. Mit diesem Gedanken sind alle Beteiligten von der samstäglichen Sitzung aufgestanden. Hoffen wir auf die Zukunft!

16.06.2010

Information

Schiedsrichter-Vollversammlung

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